Behandlungsfelder

Unsere Behandlungsfelder im Überblick

Die angebotenen Behandlungsfelder und Methoden der Luisenklinik sind zwischen Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich.

Behandlungsfelder für Erwachsene

Eine der am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen, die sich unter anderem durch eine gedrückte Stimmung, eine Verminderung von Antrieb und Aktivität und Interesselosigkeit bemerkbar machen kann.

Anpassungsstörungen können nach belastenden Lebensereignissen auftreten, eine emotionale Beeinträchtigung verursachen und soziale Funktionen behindern.

PTBS kann nach einem oder mehreren traumatisierenden Ereignissen auftreten. Betroffene leiden unter anderem unter Schreckhaftigkeit, innerer Anspannung, sich aufdrängenden Erinnerungen, Nervosität und Reizbarkeit.

Anhaltende quälende Schmerzen, die durch eine körperliche Störung nicht vollständig erklärbar sind und durch Stress oder emotionale Belastung verstärkt werden können.

Angst hat viele Gesichter. So gibt es Angst vor bestimmten Situationen oder Dingen, genauso wie vor Bewertung durch andere. Angstattacken ohne spezifische Auslöser oder generalisierte Ängste und Sorgen, die häufig zur Vermeidung der angstauslösenden Situation oder Rückversicherungsverhalten führen können Menschen in ihrer Alltagsgestaltung sehr einschränken.

Zwangsstörungen führen zu Gedanken, die die Betroffenen immer wieder auf dieselbe Art und Weise beschäftigen oder zu Verhalten, das ständig wiederholt wird und in der Regel als sinnlos erlebt wird und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigt.

Somatoforme Störungen können sich in körperlichen Beschwerden wie Herzbeschwerden, Kreislaufstörungen, Magen-Darm-Beschwerden o. Ä. äußern. Diese Beschwerden sind ohne organische Ursache und häufig mit Stress oder emotionalen Belastungen verbunden und führen oft zu Einschränkungen im alltäglichen Leben.

Charakterstile können im Rahmen von tief verwurzelten Verhaltens-, Denk- und Wahrnehmungsmustern zu hohem Leidensdruck bei den Betroffenen und Störungen in Beziehungen zu anderen führen.

Betroffene leiden unter einer Aufmerksamkeitsstörung, einem Mangel an Ausdauer, der Tendenz von einer Tätigkeit zur anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen. Unter Umständen kommt zusätzlich eine desorganisierte überschießende Aktivität und Impulsivität hinzu. Diese Störung beginnt bereits im frühen Kindesalter.

Behandlungsfelder für Kinder und Jugendliche

Bereits im Kindes- und Jugendalter können depressive Störungen auftreten. Depressionen im Jugendalter nähern sich denen von Erwachsenen an und sind u.a. durch folgende Symptome charakterisiert:

  • Stimmungstiefs und -labilität
  • Antriebsmangel
  • Verlust von Freude und Interessen
  • Grübeln
  • Einengung des Denkens auf negative Themen
  • Selbstzweifel
  • Verlust des Selbstwertes
  • sozialer Rückzug
  • Konzentrationsmangel verknüpft mit Leistungseinbußen in Schule oder Ausbildung
  • psychosomatische Beschwerden
  • Appetitverlust oder-steigerung
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Selbstverletzungen
  • Schuldgefühle

Kinder reagieren auf Depressionen meist sehr viel unspezifischer. Depressive Kinder wirken leichter störbar, stimmungslabil, freudlos, sehr introvertiert, aber auch plötzlich aggressiv, gereizt, schnell weinend. Sie zeigen kaum noch Interesse an freudvollen Aktivitäten, wie Spiel und Bewegung, können in ihrer Entwicklung wieder zurückfallen. Kinder leiden häufig unter unspezifischen Beschwerden, schlafen schlecht. In allen Altersgruppen ist auf Suizidalität oder verstärktes Auseinandersetzen mit Tod, Sterben, Sinnfragen zu achten.

Ein Drittel aller von Zwangshandlungen oder –gedanken betroffener Menschen erkranken bereits im Kindes- und Jugendalter. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen, Impulse, die sich gegen den Willen der Betroffenen aufdrängen. Meist sind dies zwanghafte Befürchtungen um die Themen Verschmutzung, Krankheitserreger, Infektionen, Genauigkeit, Symmetrie. Zwangsgedanken werden als eigene Gedanken empfunden. Zwangshandlungen sind wiederholte und ritualisierte, stereotyp anmutende Handlungen. Kann eine Handlung nicht ausgeführt werden, kommt es zu einem Ansteigen von Angst, Anspannung, Aggression oder Wut. Typische Handlungen sind Wasch- und Reinigungsrituale, ausgeprägtes Kontrollieren, Ordnungs- und Sortierrituale, häufig bis zur völligen Erschöpfung.

Im Kindes- und Jugendalter gehören Ängste zu einer normalen Entwicklung dazu. Erst wenn diese ein normales Ausmaß um ein Vielfaches überschreiten, so dass das Ausüben altersgemäßer Entwicklungsaufgaben nicht mehr oder nur erschwert möglich ist, spricht man von einer Störung. Für das Kindesalter gibt es ganz spezifische emotionale Störungen mit Trennungsängsten, Ängsten vor ganz bestimmten Dingen wie Tieren, Gewitter, u.a., mit einer allgemeinen sozialen Ängstlichkeit, sowie mit ausgeweiteten, generalisierten Ängsten. Für Kinder und Jugendliche gemeinsam kommen quasi aus dem Nichts auftretende Panikattacken, sowie generalisierte Ängste und Sorgen hinzu. Als typische Ängste sind Störungen zu bezeichnen, die zu einer Unfähigkeit des Schulbesuches führen können wie Schulangst und Befürchtungen rund um das Thema Schule/Ausbildung.

Auch wenn Psychosen eher Erkrankungen des Erwachsenenalters sind, können diese schon bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Menschen mit Psychosen haben keinen Bezug mehr zu unserer gemeinsamen Wirklichkeit. Sie erleben diese und die darin befindlichen Bezugspersonen als im höchsten Maß beängstigend, bedrohlich, erkennen bekannte Personen nicht mehr, oder verkennen diese sogar. Sie reagieren mit massiven Ängsten, hören, sehen, spüren, schmecken Dinge, die so nicht da sind, sind im akuten Zustand in einem massiven Ausnahmezustand. Auch stille Verläufe mit einer Veränderung der Persönlichkeit, einem Verlust von Fähigkeiten, erheblichen Konzentrationseinbußen können auftreten. Schnelle psychiatrische Hilfe ist in jedem Falle nötig.

Was tun, wenn mein Kind, mein Teenager nicht mehr essen will? Wann sprechen wir von einer Pubertätsmagersucht oder auch Anorexia nervosa genannt? Bei massivem, selbst herbeigeführtem Gewichtsverlust mit ausgeprägtem Untergewicht, begleitet von der unerschütterlichen Idee, trotzdem viel zu dick zu sein, den eigenen Körper als viel zu schwer wahrnehmend. Das ganze Denken und Tun dreht sich um Kalorien, Essen, Körperwahrnehmung. Um das Ziel des Gewichtsverlustes schneller zu erreichen, wird bis zum Umfallen Sport getrieben, manchmal auch erbrochen. Die Problematik kann Mädchen und Jungen gleichfalls treffen, auch wenn der Schwerpunkt eher bei ersteren liegt.

Traumatische Erfahrungen betreffen auch schon Kinder und Jugendliche. Neben dem Miterleben von Verletzungen körperlicher, seelischer und sexueller Art, sind diese auch direktes Ziel von einmaliger oder sich über einen langen Zeitraum erstreckender Gewalt. Entwicklungsprozesse werden nachhaltig beeinflusst, das Selbstbewusstsein und das Selbstwerterleben sinken, Kinder fallen in alte Entwicklungsmuster zurück. Ältere Kinder und Jugendliche verlieren den Halt und zeigen eine Vielzahl von Symptomen, wie depressive oder aggressive Verstimmungen, selbstverletzendes Verhalten, Rückzug, Schlafstörungen, Albträume, verstärkte Reizoffenheit und Schreckhaftigkeit und das Wiedererleben oder Wiedererinnern traumatischer Situationen. Gefühle wie Wut, Hilflosigkeit und Ohnmacht und die große Angst, auf Misstrauen und Unglauben zu stoßen, begleitet die Kinder und Jugendlichen.

Diese recht häufige Störung im Kindesalter äußert sich durch die Hauptsymptome einer Aufmerksamkeitsstörung und einer Hyperaktivität. Begleitend sind häufig Distanzlosigkeit in sozialen Beziehungen, Unbekümmertes und risikoreiches Verhalten (auch in gefährlichen Situationen), Impulsivität, Probleme mit Regeln und Absprachen. Die Konzentration ist eingeschränkt, die Ablenkbarkeit ist erhöht. Je nach Alter ist das ein oder andere Symptom im Vordergrund. Eine frühzeitige Diagnosestellung hilft dabei, schulische Misserfolge zu minimieren und beugt einer häufig begleitenden Störung des Sozialverhaltens vor.

Diese, die Entwicklung eines Kinders weitreichend und konstant beeinflussende, Problematik zeigt ein breites Spektrum an Symptomen. Besonders fallen Schwierigkeiten in sozialer Interaktion und Kommunikation auf. Diese Kinder „lesen“ die Reaktionen ihres Gegenübers oft nicht richtig, was zu Missverständnissen und Kränkungen auf beiden Seiten führen kann. Typisch ist auch ein sich wiederholendes, oft eingeschränktes Repertoire an Interessen und Aktivitäten. Sonderinteressen beherrschen oft das Denken und diese werden immer wieder anderen mitgeteilt, ohne dass die Betroffenen merken, dass andere dies auf längere Zeit eher langweilt. Viele Ängste bzw. eine allgemeine Überängstlichkeit oder sich wiederholende Tätigkeiten, Bewegungen, die wie Rituale anmuten gehören genauso dazu, wie Beeinträchtigungen in der sprachlichen Entwicklung und Ausdrucksfähigkeit. Ein Leben wie in einer eigenen Welt, das Fehlen von Freunden, ohne diese zu vermissen, besondere Begabungen, aber auch massive Entwicklungsdefizite weisen ebenfalls auf die Diagnose hin.

Das regelmäßige von einer Substanz oder auch unterschiedlicher Substanzen folgt einem starken, oft übermächtigen Wunsch, diese zu konsumieren. Die Kontrollfähigkeit über die Einnahme lässt nach, es können je nach Substanz seelische und/oder körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Letztendlich drehen sich die Gedanken fast nur noch um das Beschaffen der Droge. Kriminelle Handlungen sind dabei nicht auszuschließen. Schwere körperlich und/oder psychische Störungen können auftreten. Eine komplexe Behandlung im Sinne einer Entgiftung, später Entwöhnungsbehandlung ist zu prüfen.

Kinder und vor allem Jugendliche, die schwierige Aufgaben des Übergangs in das Erwachsenenleben leisten müssen, kommen bei Überforderung ihrer Anpassungsleistungen an ihre Grenzen und können suizidal reagieren. Folgende Probleme verstärken Selbstzweifel und Kränkungen, die im Extremfall in eine Selbsttötungshandlung gipfeln können:

  • Schnelle Verunsicherung des Selbstwerterlebens
  • leicht störbare, unsichere Beziehungen
  • zu hohe Ansprüche an sich selbst
  • fehlender Umgang mit Aggression und Selbstaggression
  • Todesphantasien
  • Flucht aus der zu belastend erlebten Wirklichkeit in Phantasien rund um den Tod
  • Angst vor Verlassenwerden
  • Einsamkeit
  • Hilflosigkeit

All diese Symptome sind ernst zunehmen und erfordern ein schnelles professionelles Abklären und ggf. eine Krisenintervention.